Zukunftsplan Tirol: „attraktive Lehre“


Wir NEOS wollen die Lehre massiv stärken. Die leeren Versprechen der Landesregierung müssen ein Ende haben. Mit Lippenbekenntnissen werden wir die Herausforderungen der Arbeitsmarktpolitik nicht lösen können. Wir brauchen ganzheitliche Konzepte für die Lehre der Zukunft und die fehlenden Lehrlinge im ganzen Land Tirol.

Die Lehre darf für die Jugendlichen keine Sackgasse darstellen. Es muss möglich sein, in einen anderen Beruf umzusteigen, ein Studium zu beginnen oder unmittelbar im erlernten Beruf tätig zu werden. Es soll ein Modulsystem für alle Lehrberufe umfassend eingeführt werden, das den Umstieg in andere Berufe erleichtert, da nur fehlende Module absolviert werden müssen und keine komplette Ausbildung.

Zukunft, Chancen & Plan

 

Lehre

Die Lehre als praxisnahe, kombinierte Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule ermöglicht vielen Jugendlichen einen erfolgreichen Eintritt ins Berufsleben. Nach wie vor ist ein Studium höher angesehen als ein Lehrberuf. NEOS sehen die Lehre als hochwertige Berufsausbildung für junge Menschen und als Kernelement für den Wirtschaftsstandort Österreich. Um diesen Status zu erhalten, sind jedoch regelmäßige Adaptierungen notwendig. Es braucht eine kontinuierliche Modernisierung und Weiterentwicklung, die dafür sorgt, dass die Lehre für junge Menschen als attraktiver Karrierepfad gesehen wird und Unternehmer_innen Lehrlinge ausbilden.

Immer mehr Tiroler Unternehmen suchen verzweifelt nach Lehrlingen. In den letzten 30 Jahren hat sich in den Berufsschulen kaum etwas bewegt. Die Strukturen wurden nie an die Herausforderungen des 21. Jh. angepasst und sind oftmals nicht mehr zeitgemäß.
Die Lehre mit Matura hat sich als Erfolgsrezept fest etabliert und es ist an der Zeit, diese weiterzudenken und so zu gestalten, dass sie praktikabler wird. In vielen Berufen, wie zum Beispiel Koch/Köchin oder Kellner_in, sind die Arbeitszeiten nicht mit den Kurszeiten vereinbar. Damit werden ganze Berufsgruppen von der Lehre mit Matura ausgeschlossen. Bildung muss allen zugänglich sein und darf nicht an den Arbeitszeiten scheitern. Durch diese Politik werden die persönlichen Chancen der Lehrlinge aufs Spiel gesetzt.

Zusätzlich müssen wir auch die gleichgeschaltete Ausbildungsdauer überdenken. In vielen Berufen macht eine dreijährige Ausbildung keinen Sinn.

Wir fordern:

  • Ganzheitliches Konzept für die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft
  • Starke und moderne Berufsschulen, die im 21. Jh. ankommen
  • Die Möglichkeit, alle Lehrberufe mit Matura abzuschließen
  • Flexibilität bei den Berufsschulzeiten
  • Anpassung der Lehrzeiten
  • Die Aufwertung des Meisters mit weiterführenden Bildungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel ein Masterstudium
  • Die Finanzierung der Meisterkurse durch die öffentliche Hand

 

Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel ist ein Produkt der österreichischen Wirtschaftspolitik und falsch verstandener Standortpolitik, die heute immer mehr einer Abschottung gleicht. Der Fachkräftemangel belastet die Wirtschaft schwer, besonders im Tourismus und im Westen. In 5 Jahren wird nach heutigem Stand jede 3. Berufsschule auf Grund des Lehrlingsmangels geschlossen haben. Wir leben zwar immer länger, sind aber nicht bereit darüber nachzudenken, ob die Lehre mit den Altersstufen heute noch zeitgemäß ist. Der Polytechnische Lehrgang sollte Sprungbrett für eine Karriere mit Lehre sein. Die jungen Menschen von heute sind bei dem großen Angebot erst viel später bereit darüber nachzudenken, welche Schule oder welchen Beruf sie wählen. Die Zahl der Maturant_innen, die nach der Matura eine Lehre beginnen, stieg in den vergangenen vier Jahren um 37 Prozent an. Für die Jugendlichen, die im Fall einer Lehre sich meist schon mit 14 für einen Beruf entschieden haben, ist wichtig, dass diese Entscheidung keine Sackgasse darstellt.

Wir fordern:

  • Eine Stärkung des Praxisbezuges in der Schule.
  • Ein Zusammendenken von Tourismus und Landwirtschaft. Schüler_innen der Tourismusschulen und der Landwirtschaftsschulen sollen in Zukunft wechselseitig ihre Schulen für eine bestimmte Zeit tauschen.
  • Die Stärkung der Kooperation zwischen Unternehmen. Leitbetriebe und Partnerbetriebe werden ermöglicht.
  • Den Abbau der Bürokratie. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für freiwillige Ausbildungsverbünde werden vereinfacht.